THEORIE

DER INTERKULTURELLEN KOMMUNIKATION.
DIE EROBERUNG DER GÖTTINNEN

2002 Irina Buche Frankfurt am Main / Berlin ISBN 3-8311-3643 - 2 318 S, 6 Abb.

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Von interkultureller Kommunikation
reden alle allernorten
seit digitale Technologien
weltweit über Zeit- und Raumgrenzen hinweg
Beziehungen vermitteln.


Fragen nach Umgrenzung unserer eigenen Kultur und ihrer
Abgrenzung von der Anderer wurden bisher kaum gestellt,
Antworten nicht gegeben.
Zu sehr hält man
am eurozentrischen Privileg
einer universell gültigen Wirklichkeit fest.
Erst seit das untrennbar mit diesem Privileg verflochtene Wissenschaftsparadigma
der instrumentellen Naturbeherrschung zerstörerisch auf uns zurückwirkt,
interessieren wir uns
in den westlichen (Kultur)Industrienationen für das, was in der Vergangenheit
als "Natur" definiert und als sprachloses Objekt auf die unteren Ränge
der Hierarchien verwiesen wurde.


Doch wo verlaufen die Grenzen zwischen den Kulturen,
deren Angehörige in den world wide webs
miteinander kommunizieren
und welcher Art sind ihre Beziehungen?


Für Grenzgänger wurde
ein Bogen von mehr als zweitausend Jahren gespannt,
in dem Produzenten und AutorInnen
mittels des Gebrauchs von Medien
globale Wirklichkeit
zulasten
von lokal-mündlichen Gemeinschaften gestalteten.


Fokussiert wurden die Anfänge
der Globalisierungsprozesse
im Vorderen Orient
und im Alten Griechenland,
in denen unsere ersten Autoren
im Gebrauch der Alphabetschrift mündliche,
um Kooperation mit Naturgottheiten herum zentrierte Gemeinschaften
dem Untergang weihten.


Fokussiert wurden die Anfänge
Ebenso fokussiert wurde
die Eroberung des mythischen Mexikos,
im Namen von
Heiliger Schrift und Druckerpresse
durch Missionare, Kolonialherren und,
nach der Aufklärung,
durch (Kultur)Industrialisatoren.


Sowie die inner- und interkulturellen
Umbruchsituationen,
deren Folgen im Gegenwartshorizont
unseres digitalen Zeitalters nachwirken.


Die Theorie
markiert so die Grenzen
zwischen unserer medial bedingten Wirklichkeit und einer mündlichen.
Sie öffnet Zugang zu den Anderen,
die in intensiver körperlicher,
emotionaler und sinnlicher Präsenz
mit Mensch und Natur kommunizieren.
Nach selbstkritischer Bestandsaufnahme
der von uns verursachten und von ihnen
in Gegenöffentlichkeiten
zur Sprache gebrachten
Probleme
der interkulturellen Kommunikation
werden die Weichen für den
Exkurs ins Dritte Jahrtausend
neu in Richtung Kooperation gestellt.

INTERKULTURAL FRANKFURTER SCHULEn